Solidarische Organisationsformen in der Kultur

Foto: Janet Merkel

Veranstaltung

13. Mai 2026 | 15:00–18:00 Uhr
Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU, Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin, Raum A 904a

Wie wollen wir zusammenarbeiten? Diese Frage stellt sich früher oder später in jedem künstlerischen Projekt. Während die Kulturbranche häufig von prekären Einzelkämpfer:innen-Strukturen geprägt ist, erproben immer mehr Kulturtätige alternative Organisationsformen – von selbstverwalteten Kollektiven über Genossenschaften bis hin zu solidarischen Netzwerken.

In diesem Workshop schauen wir uns konkrete Modelle an, die auf Mitbestimmung, faire Ressourcenverteilung und gemeinsame Verantwortung setzen. Im Zentrum stehen juristische und praktische Fragen: Welche Rechtsformen kommen für die kollektive Kulturproduktion infrage, und welche Konsequenzen haben sie im Alltag? Wie lassen sich Entscheidungen gemeinsam treffen, ohne Prozesse zu verlangsamen? Und wie können solidarische Prinzipien unter realen ökonomischen Bedingungen tragfähig bleiben?

Inputs

Viviana Dorfman, Solid

Viviana Dorfman studierte Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin sowie nachhaltige Architektur in Porto. In ihrer Masterarbeit untersuchte sie zehn selbstorganisierte Community Spaces in Berlin – eine oft übersehene Form sozialer Infrastruktur, die sie sichtbarer machen möchte. Dabei verbindet sie Forschung und Praxis: Als Mitgründerin von SOLID, einem multifunktionalen Community Space in Kreuzberg, und durch ihre vierjährige Mitarbeit beim studio_nagelneu am Prinzessinnengarten bringt sie direkte Erfahrung aus der Stadtgesellschaft mit.

Katja Schubel, Rechtswissenschaftlerin Universität Würzburg

Katja Schubel ist Juristin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Öffentliches Recht und Wirtschaftsvölkerrecht von Prof. Dr. Isabel Feichtner. Sie forscht zu der Frage, wie Commons-Public-Partnerships rechtlich verankert und ausgestaltet werden können, um das präfigurative Potenzial von Urban Commons wie Gemeinschaftsgärten, Stadtteil- und Kulturzentren zu erhalten. Commoning in Städten eröffnet Postwachstumshorizonte, die es angesichts der Vielzahl an sozialökologischen Krisen unserer Zeit auch rechtlich zu stärken gilt.

Konrad Bechler, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Organisationsentwickler

Konrad Bechler ist Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht und systemischer Organisationsentwickler. Als Gründer der BECHLER Kollaborationsberatung begleitet er Unternehmen bei Nachfolgeprozessen, Mitarbeitendengenossenschaften und gesellschaftsrechtlichen Konflikten – und verbindet dabei juristisches Fachwissen mit einem Blick für kooperative und nachhaltige Lösungen.

Moderation
Benedikt Stoll – Urbane Praxis e.V.
Sarah Waterfeld, Falk Lörcher – Union für Cultural Commons
Janet Merkel – TU Berlin, Institut für Stadt- und Regionalplanung, Fachgebiet Stadt- und Regionalplanung

Um Anmeldung unter diesem Link wird gebeten.

Der Workshop ist Teil der transdisziplinären Workshop-Reihe „Solidarische Kulturproduktion“. In deren Mittelpunkt stehen kollektive und gemeinwohlorientierte Organisationsformen, solidarische Finanzierungsansätze sowie Governance-Praktiken, in denen Mitbestimmung und Sorgearbeit zusammengedacht werden. Die Reihe wird von Benedikt Stoll (Urbane Praxis e.V.), Sarah Waterfeld, Falk Lörcher und Isabella Dahm (Union für Cultural Commons) und Janet Merkel (TU Berlin, Fachgebiet Stadt- und Regionalplanung) organisiert. Das Projekt wird finanziert mit Mitteln der TD-Lab-Förderung der Berlin University Alliance.